Paranoid – Gender-Revolution

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Paranoid – Gender-Revolution
OPOS Records | CD

Neues von der Resterampe

Ok, das war durchaus etwas zynisch ausgedrückt, wenngleich es aber auch etwas stimmt. Aber, und das ist wichtig und muss man schreiben, es gibt dafür durchweg echt gutes Material von Paranoid geboten. Genauer gesagt, es gibt das nicht beanstandete Material der leider indizierten zweiten und dritten Studioscheibe des Musikers. Außerdem gibt es noch die Beiträge von der Split-CD mit Stereotyp, die bekanntlich ausverkauft ist. Glücklicherweise sind es am Schluss dann tatsächlich einige Titel mehr, womit man es bei dieser “Rest of” Doppel-CD auf insgesamt achtundzwanzig Lieder bringt, verteilt auf zwei Silberlinge.
Den ersten Teil bildet das unbeanstandete Material der dritten Studioscheibe des Musikers und ich da auch gleich direkt sagen, dass dies mein persönlicher Favorit unter den Werken von Paranoid war. Das Album war thematisch und textlich richtig schön bissig und angriffslustig, es wurde ordentlich in den politischen Wunden nachgestochen. Es wird sich vorrangig mit dem Gender-Instrument der politischen Strippenzieher beschäftigt, was man unmissverständlich mit beispielsweise dem “Gender mich nicht voll!” vernehmen kann. Glücklicherweise, wenn man das so sagen kann, wurden nur zwei Lieder auf dem ursprünglichen Album beanstandet, somit musste das Werk nicht allzu viele Federn lassen und es blieben vierzehn Titel übrig.
Der zweite Silberling geht in der Diskografie einen Schritt zurück und beinhaltet das unbeanstandete Material der zweiten Studioscheibe. Das ursprüngliche Album war seinerzeit ein durchaus gutes Werk gewesen, ich für meinen Teil muss allerdings sagen, dass es im Vergleich mit dem, was nachträglich alles folgte, heute etwas schwächer wirkt. Wir sprechen hier jetzt nicht von einem Totalausfall, dass auf keinen Fall, aber für mich auch nicht mehr hörenswert. Da spielen die Geschmäcker halt unterschiedliche Spiele, der Silberling wird dennoch und gewiss, seine interessierte Hörerschaft finden, da bin ich mir bei Paranoid sicher. Hier mussten leider vier Lieder auf Anraten und Antrag der Gesinnungswächter weichen. Dennoch bekommt man mit acht Beiträgen einen musikalischen Rückblick in die frühen Jahre von Paranoid. Als “Bonus” hat man der Kompilation dann noch die Beiträge der inzwischen ausverkauften Split mit Stereotyp spendiert.

Die interessierte Hörerschaft bekommt unterschiedliche Facetten der musikalischen Schaffenkraft von Paranoid geboten. Von der frühen Anfangszeit bis hin zum ausgereifteren Ton, dabei stets verspielt, melodisch und abwechslungsreich. Gerade das Material der ersten Scheibe ist musikalisch echt ein gutes Ding.

Damit das Material nicht im digitalen Archiv versauert, hat OPOS Records sich zu einer vergünstigten Neuauflage oder wie in diesem Fall, als Doppel-CD Kompilation entschieden und diese ins Rennen geschickt. Verpackt hat man die beiden Silberlinge in ein Digisleeve mit einer schicken Aufmachung, die optisch etwas hermacht. Auf ein Beiheft hat man in diesem Fall verzichtet, dafür aber gibt es diese Doppel-CD Produktion zum Preis einer normalen Veröffentlichung. Also, ihr Strolche, wenn ihr die beiden ursprünglichen Werke verpasst habt oder erst jetzt auf Paranoid aufmerksam geworden seit, dann los, sichert euch die “Gender-Revolution”, so übrigens der Titel, Doppel-CD und ballert euch achtundzwanzig Nummern des Künstlers auf die Lauschlappen.

Titelliste – CD 1:
01. Guten Tag *
02. Kippa, Zigarren, Leichentuch *
03. Gender mich nicht voll! *
04. Anne Helm *
05. Grün-Rot *
06. Europa *
07. Etwas ändern *
08. Was ist dem größten Trottel klar *
09. Nach all den Jahren *
10. Talentfreiheit *
11. Lass uns streiten *
12. Aus dem Leben *
13. Das Licht *
14. Leckt uns am Arsch *

Titelliste – CD 2:
01. Ansage 1 **
02. Gelegenheit macht Diebe **
03. Was wollt ihr hören? **
04. Ansage 2 **
05. Wohlstand und Geld **
06. Keiner wird es wissen **
07. Wer hält es auf **
08. Ansage 3 **
09. Wie kann es sein ***
10. Aktuell ***
11. Anerkannt ***
12. Politischer Irrsinn ***
13. Selbsthass ***
14. Deutsche Soziologen ***

* erstmals auf dem “#***** #**** #***** #****” Album enthalten
** erstmals auf dem “B***** d** R********” Album enthalten
*** erstmals auf der “S******** /* P*******” Split enthalten

Hörprobe – Paranoid – Europa:

 

Author: Frontmagazin
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